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STECKBRIEF

Wissenschaftlicher Name: Calomyscus mystax Kashkarov, 1925
Deutscher Name: Turkmenischer Maushamster, Mausartiger Zwerghamster
Englischer Name: Great Balkhan Calomyscus, Afghan Mouse-like Hamster
Ordnung: Rodentia
Unterordnung: Myomorpha
Überfamilie: Muroidea
Familie: Calomyscidae
Vorkommen: Great Balkhan-Gebirgszug im Südwesten Turkmenistans bis zum westlichen Kopet-Dag (Gebirgszug in West-Ost-Ausrichtung, an der Grenze zwischen Turkmenistan und dem Iran)
Größe: 7,5 – 9 cm + 8,0 – 10 cm Schwanz
Gewicht: 17-24 g; trächtige Weibchen bis über 30 g
Geschlechtsreife: Ab dem vierten Monat
Tragzeit: 29-32 Tage
Durchschnittliche Wurfgröße: 2-4 Junge
Sozialverhalten: In der Natur allein oder in kleinen Gruppen
Aktivitätsphasen: Hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv
Besonderheiten: Wendig und sehr flink
Anspruch: Einfach; das Handling erfordert jedoch eine gewisse Übung

ALLGEMEINES

Der wissenschaftliche Name Calomyscus leitet sich von dem griechischen Wort „kalos“ ab, was „schön“ bedeutet. Frei übersetzt heißt Calomyscus also „schöne Maus“. Betrachtet man die Tiere, wird einem schnell klar, wie es wohl zu diesem Namen gekommen sein mag. Unter anderem werden wohl die im Verhältnis zum Körper recht großen Ohren und der mit einer Endquaste besetzte Schwanz ihre Wirkung auf den Betrachter nicht verfehlt haben.

Die Gattung Calomyscus wird derzeit in acht Arten unterteilt. Neuere genetische Studien haben dazu geführt, dass Calomyscus in eine eigene Familie (Calomyscidae) eingeordnet wurde (Wilson & Reeder, 2005). Die ältere Einordnung in die Unterfamilie der Hamster (Cricetinae) kann somit als überholt angenommen werden. Der deutsche Name ist in diesem neuen Zusammenhang etwas irreführend. Hier wäre “Turkmenische Schönmaus“ angemessener.
Bei der in Europa gehaltenen Art ist letztlich noch nicht geklärt ob es sich um C. mystax, C. elburzensis oder sogar um Hybriden aus beiden handelt. Die Fanggebiete, aus denen die in Europa gehaltenen Tiere stammen, würden alle drei Möglichkeiten zulassen.
Nach Literaturangaben bewohnen Calomyscus in ihrem Herkunftsgebiet vegetationsarme Mittel- und Hochgebirgszonen mit wüstenähnlichem Charakter. Dort legen sie keine Baue an, sondern suchten Unterschlupf in natürlichen Fels- und Geröllspalten. Feuchte Böden, üppige Vegetation und kultivierte Flächen werden dagegen gemieden.

Die Tiere sollten nicht am Schwanz aufgenommen werden. Zum einen kann ein Teil der Schwanzhaut abreißen, wenn man den Schwanz zu weit hinten erwischt, zum anderen bedeutet das für die Tiere unnötigen Stress. Die Endquaste kann nach einiger Zeit wieder nachwachsen und kann dann entweder weiß oder schwarz sein. Am besten greift man die Tiere blitzartig von oben und fixiert sie dann mit Zeigefinger, Mittelfinger und Daumen in der oberen Körperhälfte. Der Griff darf nicht zu locker sein, da die Tiere sonst entweichen. Dies erfordert eine gewisse Übung. Eine schonendere und gerade für unerfahrene Halter geeignetere Variante ist die Verwendung längerer Pappröhren, Einmachgläser oder ähnlichem, wohinein die Tiere von selbst laufen. Damit können sie dann problemlos umgesetzt werden.

Wichtig: Auch wenn Gruppenhaltung meist gut möglich ist, bedeutet das nicht, dass jede Gruppe ohne Schaden zu nehmen unbegrenzt zusammen lebt. Bei Gruppenhaltung ist dafür zu sorgen, dass bei ernsteren Streitereien, welche sich mit Bisswunden im Schwanzbereich ankündigen, die Gruppe getrennt werden kann. Unterbleibt das, können die unterlegenen Tiere ihren Schwanz vollends verlieren, im schlimmsten Fall kommt es zu deutlich ernsthafteren Verletzungen und schließlich zum Tod der Tiere.

 

Text von Christoph Schmitz
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