Nun, ich hätte mich hierzu auch nicht geäussert, hätte vor mir schon jemand auf das Thema geantwortet.
Dennoch gibt es immer wieder was dazu zu lernen. Zu den Sinai-Stachelmäusen selber konnte ich zwar nichts finden, aber dafür zur Ägyptischen Stachelmaus.
Die Stachelmäuse sind offenbar tatsächlich deutlich empfindlicher gegenüber fettreicher Nahrung als zahlreiche andere Nager, was mir so nicht bewusst war. Es dürfte wahrscheinlich auch damit zusammenhängen, dass die Anpassung an aride Lebensräume eine Spezialisierung begünstigte, welche durch Anpassungen im Stoffwechsel letztlich zu diesem Umstand führt.
Aufschlussreich sind nämlich Studien zu Diabetes, was aus zwei Gründen von Bedeutung ist, erstens da er häufig mit Übergewicht einher geht, zweitens da er bei vielen Arten durch die Ernährung begünstigt wird. Tatsächlich führt eine fettreiche Ernährung im Vergleich zu einer stärkereichen Ernährung zu deutlichen Gewichtszunahmen:
The sucrose-rich diet resulted in substantial elevation of pancreatic insulin content and marked islet cell hyperplasia, but only a mild serum insulin increase and virtually no adipose tissue gain. In contrast, the fat-rich seed diet resulted in marked weight gain, impaired glucose tolerance, and moderate hyperinsulinemia associated with an increase in the pancreatic insulin content that exceeded those characteristics on a sucrose diet.
Quelle: Shafrir et al. (2006): Nutritionally Induced Diabetes in Desert Rodents as Models of Type 2 Diabetes: Acomys cahirinus (Spiny Mice) and Psammomys obesus (Desert Gerbil). ILAR 47(3): 212-224. (
PDF)
Interessant ist allerdings auch, dass sie sich hier deutlich von den Fetten Sandratten unterscheiden, bei denen offenbar weder Fett noch Stärke alleine, sondern der gesamte Energiegehalt von Bedeutung ist. Im Vergleich mit südamerikanischen Steppenbewohner zeigt sich so ein deutlich differenziertes Bild, was die Ernährung angeht.
Was aber trotzdem nicht so ganz ins Bild passt ist die Ernährungsweise in der Wildnis. Diese besteht offenbar zu grossen Teilen aus Insektenkost, welche wiederum proteinreich sind. Auch Schnecken werden als wichtigen Nahrungsbestandteil erwähnt. Diese sind ebenfalls proteinreich. Fett spielt entgegen meinen Vermutungen offenbar nur eine geringe Rolle.
Exemplarisch ein Beispiel von einer Schnecke, hier eine aus der Negev:
81 % Wasser
10,3 % Protein
0,3 % Fett
2,4 % Kohlenhydrate
3,9 % Asche
1,8 % nicht identifiziert
Quelle:
http://jeb.biologists.org/cgi/reprint/55/2/385.pdfInsofern wäre folgendes irrelevant:
Und damit die Hinweise in ihrer Bedeutung deutlicher werden, sei kurz eine
Tabelle mit den entsprechenden Energiegehalten aufgeführt:
[...]
...denn wie wir gesehen haben, spielt der gesamte Energiegehalt sehr wohl bei der fetten Sandratte eine Rolle, bei den Stachelmäusen sind es dagegen tatsächlich hauptsächlich die fetthaltigen Samen.