personenkult hat geschrieben:Wird er sein müssen, wenn der "Käufer" aufeinmal verstanden hat, dass das Wort "Blutsfremd" anders zudeuten ist. Glaube darum geht es auch und das hat Jaculus auch irgendwo in den Weiten seines Textes erwähnt
Da waren die Weiten wohl zu weit... genau das hatte ich nämlich nicht gemeint.

Ich verstehe auch überhaupt nicht, warum im Zusammenhang mit "Massenzüchtern" immer "Inzucht" erwähnt wird - ich bin davon überzeugt, dass der Inzuchtgrad vieler Tierarten in den ja angeblich so schlechten Großzuchten erheblich geringer ist als in jeder Liebhaberzucht, ganz einfach aufgrund der größeren Menge zur Verfügung stehender Tiere und aufgrund wesentlich geringerer Selektion auf z.B. bestimmte Farben - dort wird doch wirklich alles bunt miteinander verpaart, und was zählt ist die Produktivität und Vitalität, sonst rechnet sich das doch überhaupt nicht. Ganz einfach: wie soll eine Massenzucht funktionieren, wenn wie dargestellt innerhalb der ersten Inzuchtgenerationen damit zu rechnen ist, dass ein nicht unerheblicher Teil der Tiere sich nicht mehr oder nur schlecht vermehrt? Das ist mir jedenfalls völlig unklar.
Hazel hat geschrieben:Ich würde sagen, die Tiere von Massenzüchtern sind genetisch gar nicht so ungesund und von daher habe ich selbst auch aus genetischer Sicht nichts dagegen solche Tiere z.B. bei Farbmäusen in die eigene Zucht einzukreuzen. Wenn bei Massenzüchtern Schäden durch Inzucht auftreten bzw. eigentlich ja die zufällige Inzucht Schäden sichtbar macht, dann werden diese Mäuse aussortiert, da mit ihnen keine profitable Zucht möglich ist.
Genau das sage ich auch - ob man es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, Tiere aus vielleicht nicht optimalen Haltungen zu erwerben, muss jeder für sich selbst wissen. Selbstverständlich setze ich jetzt mal allgemeine Gesundheit der Tiere vorraus. Für mich bieten Tiere aus solchen Zuchten genetisch und oftmals auch vom Verhalten her große Vorteile gegenüber den meist so gelobten Tieren aus Liebhaberzucht.
Der Inzuchtgrad ist in großen Zuchten mit Sicherheit zwangsläufig erheblich geringer als in jeder gezielten, hobbymäßigen Farb- oder Rassezucht, das hat überhaupt nichts mit der Tierart zu tun. Je zufälliger die Verpaarung, und je weniger auf bestimmte Merkmale bzw. Homozygotie hin gezüchtet wird, desto besser erstmal für die genetische Variabilität. Von daher finde ich es ganz ernsthaft oftmals sinnvoller, Tiere zum Einkreuzen z.B. aus großen Futtertierzuchten zu holen, als von noch so gut bekannten und befreundeten Hobbyzuchtkollegen -wenn es einem wirklich primär um die genetische Vielfalt und Gesundheit innerhalb seiner Heimtierpopulation und nicht in erster Linie um bestimmte Rasse- oder Farbmerkmale geht, was wieder jeder selbst entscheiden muss.
Das beste wären hierfür mit Sicherheit die (sehr teuren) Tiere aus professionellen Auszuchten bei den großen Labortierzüchtern, die sind gesundheitlich und vor allem genetisch den meisten Hobbyzuchttieren sicherlich weit überlegen - aber Labortiere darf man den meisten Züchtern ja wahrscheinlich auch wieder nicht empfehlen, bzw. ist das Interesse an solchen Tieren bei den Züchtern einfach sogut wie gleich null
[Damit es keine Missverständnisse gibt meine Frage: Mit "Großzucht" und "Massenzucht" sind allgemein schon professionelle Züchter gemeint? Also Leute bzw. Firmen, die darauf angewiesen sind, pro Monat z.B. einige tausend bis zehntausend Farbmäuse oder was auch immer an Zoohandlungen und Großhändler zu verkaufen, um davon leben zu können, wie z.B. auch Futtertierproduzenten? Nur auf diese Größenordung beziehe ich mich.]