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STECKBRIEF
Wissenschaftlicher Name: |
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Micromys minutus |
Deutscher Name: |
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Eurasische Zwergmaus,
Europäische Zwergmaus |
Englischer Name: |
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Harvest Mouse |
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Ordnung: |
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Rodentia (Nagetiere) |
Familie: |
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Muridae (Mäuse) |
| Unterfamilie: |
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Murinae (Echte Mäuse) |
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| Vorkommen: |
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Fast ganz Europa, bis in weite Teile Asiens |
| Größe: |
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5-7 cm Körperlänge |
| Gewicht: |
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ca. 6 g |
| Durchschnittsalter: |
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3-4 Jahre |
| Geschlechtsreife: |
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ab 5-6 Wochen |
| Tragzeit: |
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ca. 20 Tage |
| Durchschnittliche Wurfgröße: |
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3-6 Junge |
| Sozialverhalten: |
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Gruppenhaltung nur bedingt möglich |
| Aktivitätsphasen: |
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Tag- und nachtaktiv |
| Besonderheiten: |
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Herkunftsnachweis erforderlich |
| Anspruch: |
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Hoch, da teilweise sehr unverträglich Artgenossen gegenüber |
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ALLGEMEINES
Die eurasische Zwergmaus ist neben der Birkenmaus das kleinste einheimische Säugetier.
Ihr hübsches Äußeres und ihre außergewöhnliche Lebensweise machen sie zu einem sehr interessanten Beobachtungstier. Das Fell ist rehbraun und auf der Unterseite hell abgesetzt, die Ohren sind verhältnismäßig klein, so dass sie fast in ihrem dichten Fell verschwinden. Die geschickten Kletterer können unglaublich flink sein.
Eurasische Zwergmäuse nehmen in der Familie unserer heimischen Mäuse eine Sonderstellung ein, da sie eher eine ungewöhnliche Lebensweise haben, denn sie verbringen die meiste Zeit hauptsächlich über der Erde zwischen den Halmen der Pflanzen. Durch ihre geringe Größe und Gewicht, die langen Fingern und den Greifschwanz, sind sie die idealen Kletterer. Dadurch konnten sie sich die ökologische Nische der Halme (Schilf, Gräser, Getreide) zu Nutze machen. Die Zwergmaus lebt gerne in Ried- und Seggegrasbeständen oder auch als Kulturfolger in Haferfeldern. In diesen Gras- oder Getreidepflanzen bauen sie sich ihre kunstvollen Kugelnester z. T. weit über dem Boden.
Fast ihr ganzes Leben findet in diesen luftigen Höhen statt. Deswegen ist es wichtig, bei der Wahl der Unterbringung diese Lebensweise zu beachten, um ihnen ein möglichst naturnahes Gehege
bieten zu können, in dem die Zwergmäuse ihr interessantes Wesen richtig ausleben können.
In der Natur lebt die Zwergmaus meist als Einzelgänger oder in Mutter-Kind Gruppen zusammen. Ihr Revier ist klein, aber bei genügendem Nahrungsangebot toleriert sie auch andere
Zwergmäuse in ihrer Nähe. Wobei in Gefangenschaft dieses Verhalten sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Manche Zwergmäuse tolerieren überhaupt keine Artgenossen (besonders Männchen) und andere Zwergmäuse leben harmonisch in großen Gruppen beisammen.
Wie schon erwähnt, baut sie sich zwischen den Halmen ihre Kugelnester, die als Schlafplatz, Kinderstube oder Toilette dienen. Dieses Verhalten ist jeder Maus angeboren und es ist wirklich interessant, den Kleinen beim Nestbau zu zuschauen.
Eurasische Zwergmäuse sind Beobachtungstiere, auch wenn sie teilweise sehr zahm werden können. Es sind keine Haustiere für Kinder!
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Wichtig: Gruppenhaltung ist nicht einfach, da Zwergmäuse von Natur aus Einzelgänger sind! Im schlimmsten Fall, muss man die Mäuse trennen und hat zum Schluss viele Einzeltiere. |
HERKUNFTSNACHWEIS
Für die Haltung von eurasischen Zwergmäusen in Deutschland braucht man keine CITES Bescheinigung, sondern nur eine Herkunftsbestätigung/Züchternachweis, da sie in der Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützt gelten. Theoretisch soll man jegliche Bestandsveränderung (Tod, Nachzucht, Abgabe) bei der für den Vollzug des Artenschutzes zuständigen kommunalen Behörde melden. Dadurch will man sich gehen, dass keine Tiere der freien Natur entnommen wurden. Von Behörde zu Behörde kann es aber große Unterschiede geben. In Hamburg muss man beispielsweise nur eine Herkunftsbescheinigung haben, die man aber auch niemandem vorweisen muss, geschweige denn, dass man sich überhaupt anmelden muss. Nur wenn man selber züchtet und die Nachzuchten weitergeben möchte, muss man sich ein Formular holen, damit der zukünftige Besitzer einen Herkunftsnachweise erhält. (Es hatte sehr lange gedauert, bis ich überhaupt diese Informationen bekommen habe, da niemand so richtig bescheid wusste bei den Behörden.)
Am besten man informiert sich als erstes bei der eigenen zuständigen Naturschutzbehörde, wie das in dem jeweiligen Bundesland gehandhabt wird. In jedem Fall sollte man aber beim Erwerb von Zwergmäusen darauf bestehen, dass der Vorbesitzer schriftlich bestätigt, dass die Tiere Nachzuchten aus seinem legalen Bestand stammen, das geht auch ohne behördliches Formular.
In der Schweiz ist kein Herkunftsnachweis erforderlich.
VERGESELLSCHAFTUNG
Bei manchen Zwergmäusen klappen Vergesellschaftungen ohne Probleme, bei anderen ist es so gut wie unmöglich.
Besonders schwer ist es, geschlechtsreife Männchen zu vergesellschaften, da diese sehr aggressiv auf männliche Artgenossen reagieren können. Es kann auch vorkommen, dass Männchen, die von klein auf zusammen gelebt haben, beginnen, sich bei Eintritt der Geschlechtsreife zu jagen. Dieses Verhalten ist aber sehr unterschiedlich ausgeprägt. Teilweise verstehen sich Männchen sogar in großen Gruppen und teilweise ist es fast unmöglich, zwei Männchen auch nur zu zweit zu halten. In diesem Fall muss man die Zwergmaus alleine halten, wenn alle Vergesellschaftungen gescheitert sind. Da eurasische Zwergmäuse in der Natur hauptsächlich auch als Einzelgänger leben, ist dies auch keine Quälerei.
Bei einer Vergesellschaftung setzt man am besten die fremden Zwergmäuse zusammen in einen nicht zu großen Transportbehälter, den man mit Taschentüchern ausgelegt hat. Der Vorteil an dieser Methode ist, dass die Mäuse sich nicht aus dem Weg gehen können und den Geruch des anderen kennen lernen. Der Stress durch den engen Raum ist gewollt, denn so ist die Wahrscheinlichkeit etwas geringer, dass die beiden fremden Zwergmäuse miteinander kämpfen. Meistens beschnuppern sie sich vorsichtig und berühren gegenseitig die Schnäuzchen. Was wie ein lieber Kuss aussieht, ist aber eher ein vorsichtiges Einschätzen des Gegenübers.
Bei Zwergmäusen kann man oft als Drohgebärde ein Bläken der Zähne beobachten. Man sollte anfangs auf jeden Fall dabei sein, um wilde Beißereien vermeiden zu können. Dann sollten die Zwergmäuse schon paar Stunden zusammen in dem Behälter gelassen werden, natürlich mit Futter und Wasser. Wenn sie sich friedlich verhalten, kann man sie dann zusammen in den endgültigen Käfig setzen. Der sollte natürlich frisch gereinigt sein, so dass er nach keiner der beiden Mäuse riecht, damit nicht eine dies als ihr alleiniges Territorium ansieht und es wieder zu kämpfen kommt. Es kann aber vorkommen, dass die Zwergmäuse nach dem Umsetzen in den großen Käfig wieder zu kämpfen beginnen.
Wie bei den Menschen gibt es auch bei Zwergmäusen Sympathien und Antipathien und manche Mäuse lassen sich gar nicht miteinander vergesellschaften. In so einem Fall kann man es noch mit einer anderen Maus versuchen, ansonsten muss man die Zwergmaus alleine halten.
Text von Sara Yousef |