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STECKBRIEF

Wissenschaftlicher Name: Mus minutoides
Deutscher Name: Afrikanische Knirpsmaus; Afrikanische Zwergmaus
Englischer Name: African Pygmy Mouse
Ordnung: Rodentia (Nagetiere)
Familie: Muridae (Mäuseartige)
Unterfamilie: Murinae (Echte Mäuse)
Vorkommen: Süd Afrika, Zimbabwe, Mosambik
Größe: 5 cm
Gewicht: 5 g
Durchschnittsalter: 2 Jahre
Geschlechtsreife: 5 bis 7 Wochen
Tragzeit: ca. 19 Tage
Durchschnittliche Wurfgröße: 4 Junge
Sozialverhalten: Gesellig bis solitär
Aktivitätsphasen: Nachtaktiv
Besonderheiten: -
Anspruch: Einfach

ALLGEMEINES

Die Afrikanische Knirpsmaus gehört mit ihren 5 cm Körperlänge zu den kleinsten Säugetieren der Welt. Es gibt zahlreiche Arten der Afrikanischen Zwergmäuse, die südlich der Sahara weit verbreitet sind. Das Verbreitungsgebiet der bei uns gehaltenen Mus minutoides erstreckt sich von Süd Afrika, Zimbabwe bis Mosambik. Obwohl Afrikanische Knirpsmäuse bei uns zumeist in Familiengruppen gehalten werden, sprechen Literaturquellen von solitärer Lebensweise (vgl. „Säugetiere des südlichen Afrikas“), was eine Erklärung dafür sein kann, warum so häufig scheinbar harmonische Knirpsmausgruppen plötzlich auseinanderbrechen.

Knirpsmäuse sind sehr interessante Beobachtungstiere, allerdings habe ich schon von einigen Haltern gehört, die anderes berichten. Sie meinen Knirpsmäuse seien recht langweilig, da man sie mit Glück nachts um 3 einmal von einer Ecke des Terrariums in die andere huschen sieht und sie bei Licht gar nicht hervor kommen. Ich selbst und noch einige andere Knirpsmaushalter dagegen haben andere Erfahrungen gemacht. Meine eigene Gruppe ist sehr aktiv, schläft häufig in offenen Nestern und einige Tiere sind sogar am Tag zu sehen. Sie sind nicht besonders scheu, lassen sich aber natürlich nicht freiwillig in die Hand nehmen, was man auch nicht tun sollte, wenn dies nicht unbedingt nötig ist. Alles in allem lassen sie sich häufig beobachten und lassen interessante Einblicke in ihr Sozialleben zu.
Ich vermute, dass diese unterschiedlichen Verhaltensweisen genetische Ursachen haben könnten, da sich die Haltungen der scheuen und nicht scheuen Knirpsgruppen im Wesentlichen nicht unterscheidet und das scheue Verhalten auch nach Generationen nicht abgelegt wird.

Was man unbedingt bedenken sollte, bevor man sich Knirpsmäuse anschafft, ist dass es bei Wasser- oder Futtermangel zu Kannibalismus kommen kann. Es gibt leider auch immer wieder Fälle bei denen berichtet wird, dass es trotz ausreichender Gabe von tierischem Eiweiß und Wasser z.B. nach Reduzierung der Gruppengröße zu Kannibalismus unter den Knirpsen gekommen ist.

Wichtig: Besonders bei Neuanschaffung von Knirpsen kann es zu so einem aggressiven Verhalten kommen, was dem neuen Halter schnell den Spaß an den Knirpsen verdirbt. Grund ist der, dass meistens nicht die gesamte Gruppe übernommen wird, sondern nur einzelne Tiere, so dass die bestehende Rangordnungsstruktur der Gruppe zerstört wird. Auf diese Störung reagieren die Tiere häufig mit Kämpfen, um eine neue Rangfolge festzulegen.


Diese Verhaltensweisen sind nicht die Regel, aber sie können auftreten und das sollte man bei der Entscheidung zum Kauf von Knirpsmäusen bedenken.

Text von Sara Yousef
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